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1888 | Geburtsstunde des ASB Wenn also etwas schief ging - und es gab beinahe täglich schwere, oft tödliche Unfälle - war mit fremder Hilfe nicht zu rechnen: "Hilf Dir selbst, sonst hilft Dir keiner". Sechs Berliner Zimmerleute kommen daher auf die Idee, einen "Lehrkursus über die Erste Hilfe bei Unglücksfällen" durchzuführen.
1891 | Schwarz auf Weiß: Die Erste-Hilfe-Broschüre Wer weiß wo's steht, der weiß wie's geht: Die erste Broschüre zum Thema Erste Hilfe entsteht und bleibt für 25 Jahre der rote Faden. Zudem rufen engagierte Arbeiter zur Teilnahme an "Samariterkursen" - sprich Erste-Hilfe-Lehrgängen - auf.
1896 | Sanitätsdienste bei Veranstaltungen Theorie ist gut, Praxis ist besser: Die erste Sanitätsdienst-Gruppe mit dem Namen "Arbeiter-Samariter-Kolonne" entsteht. Außerdem tauchen die ersten "Krankenwagen" auf, nämlich Räder- und Fahrradtragen zum Krankentransport.
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1902 | Die erste ASB-Verbandtasche Die erste Samaritertasche wird produziert. Gute Idee, doch der Inhalt ist noch ausbaufähig: Baldriantropfen zur Beruhigung, Hoffmanns-Tropfen bei Schwächeanfällen, Brausepulver gegen Kopfschmerzen und Würfelzucker in Gelatine.
1909 | Der ASB wird zum ASB Die einzelnen Arbeiter-Samariter-Gruppen in Berlin, Dresden, Meißen, Köln, Hamburg und Elberfeld schließen sich zum Arbeiter-Samariter-Bund zusammen. Die erste Bundestagung findet 1910 in Dresden statt
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1912 | Der ASB wirbt um Frauen und Jugendliche Frauenpower ist gefragt: Der Bundesvorstand stellt fest, dass zu wenig Frauen und Jugendliche beim ASB mitarbeiten und empfiehlt, "wie im gewöhnlichen Leben um die Damen zu werben". Außerdem sollen sich die Kolonnen verstärkt um Jugendliche kümmern.
1914 -1918 | Der ASB im Ersten Weltkrieg Von den 6.600 Mitgliedern des ASB werden rund 3.000 zum Kriegseinsatz eingezogen. Viele der 108 ASB-Kolonnen melden sich freiwillig, um Kriegsverletzte zu pflegen. Gleichzeitig erscheint das erste umfassende ASB-Lehrbuch zur Ersten Hilfe. Bei Kriegsende besteht der ASB nur noch aus 30 Kolonnen mit 1.400 Mitgliedern und organisiert sich neu.
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1921 | Darf es etwas mehr sein? Ab jetzt gibt es beim ASB Hauskrankenpflege von rüstigen Frauen der Arbeiterschaft. Mitzubringen sind "Herzensgüte, klare Vernunft und Entschlusskraft". Haushaltskenntnisse waren vermutlich auch nicht verkehrt ... Auf Bundesebene beschließt der ASB strikte parteipolitische und konfessionelle Neutralität. |
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1924 | Die Samariter als Retter in der Not Der ASB organisiert Lebensmittel und Kleidung sowie mehrmonatige Erholungsaufenthalte für Not leidende Arbeiterkinder. Außerdem sollen zwecks Freizeitgestaltung weitere Samariter-Jugendabteilungen gegründet werden.
1926 | Samariter grenzenlos Es wird eine Konferenz mit dem Ziel einberufen, die Arbeiter-Samariter aller Länder Europas in einem Bund zusammenzufassen. Merke: "An jedem Ort, zu jeder Zeit, sind wir zur ersten Hilf bereit". Das dauert, aber 1994 wird dieser Zusammenschluss unter dem Namen SAINT (Samariter International) tatsächlich gegründet und umfasst heute Samariterorganisationen aus 13 europäischen Ländern.
1933 | Die Nazis zerschlagen den ASB Unterlagen beschlagnahmt, ASB aufgelöst - die Nazis kennen keine Gnade. Zu diesem Zeitpunkt hat der ASB rund 60.000 aktive Mitglieder und ein geschätztes Vermögen von 50 Millionen Reichsmark.
Bis 1945 geht für den ASB nichts mehr.
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1945 | Es geht von vorne los: der Neuanfang Die Neugründung des ASB in Westdeutschland wird vorbereitet, Hauptsitz ist Hannover. In der DDR wird der ASB nicht zugelassen.
1951 | Erste Schritte In Frankfurt wird der erste Katastrophen-Einsatzwagen angeschafft und die erste ASB-Unfallwache eröffnet, in Berlin gibt's die erste Wasserrettungsstation.
1953 | Go West Immer mehr Leute verlassen die DDR - 1953 betreut der ASB 240.000 Flüchtlinge in den Berliner Unterkünften.
Was sonst noch los war 1953 gibt es schon über 30 Jugendgruppen beim ASB. Heute heißt die Jugendorganisation Arbeiter-Samariter-Jugend (ASJ) und steht allen zwischen sechs und 27 Jahren offen. Außerdem gibt's seit 1953 Erste-Hilfe-Kurse mit acht Doppelstunden zur Schulung der Bevölkerung.
1954 | Schlagzeilen mit Schlagzeilen Der ASB macht mit Schlagzeilen Schlagzeilen: Mit dem populärwissenschaftlichen Magazin "Gesundheit und Leben" bringt er zum ersten Mal seit 1933 wieder eine eigene Zeitung heraus.
1955 | Bundestagung mit Willy Der ASB wird Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband.Dies wird auf der Bundestagung in Berlin verkündet. Zu Gast: Der legendäre damalige Präsident des Abgeordnetenhauses und spätere Bundeskanzler Willy Brandt.
1959 | Helfen statt marschieren Ab sofort können Zivis auch beim ASB ihren Ersatzdienst leisten. Die Einsatzzeit beträgt ein Jahr und der ASB bezahlt pro Zivi monatlich 250 DM für Bekleidung, Verpflegung und Unterkunft.Heute sind die Zivildienstleistenden beim ASB nicht mehr wegzudenken, sie helfen bei Pflege und Betreuung, aber auch im Mobilen Sozialen Dienst oder im Rettungsdienst.
1960 | Rolli on Tour Als erste Hilfsorganisation richtet der ASB einen Behindertenfahrdienst ein, zuerst in Hamburg, Hannover und Ulm.
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Neuer Job Ab sofort gibt es den Beruf des "Krankentransporteurs". Das Ganze ist schwieriger, als es aussieht: Der Lehrgang dauert immerhin sechs bis acht Monate.
1963 | Mobiler Mahlzeiten-ServiceEs beginnt mit zehn Mahlzeiten in Ulm. Sechs Jahre später sind es dort bereits 10.620: Das "Essen auf Rädern" des ASB ist und bleibt ein voller Erfolg.
On Tour die Zweite Der ASB Hannover organisiert erste Urlaubsreisen für Menschen mit Schwerstbehinderung. Das Urlaubsziel ist der Schwarzwald.
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1965 | Viva Colonia Der ASB zieht nach Köln. In der neuen Geschäftsstelle gibt es fünf Büroräume, einen Aktenraum, ein Sitzungszimmer und zwei Angestellte. Letztere erledigen zusammen mit dem Bundesgeschäftsführer die Arbeit von vorher 14 Mitarbeitern - in Deutschland herrscht Vollbeschäftigung und es ist schwer, die richtigen Leute zu bekommen. Heute arbeiten über 140 Menschen in der Bundesgeschäftsstelle - und ein bisschen größer ist sie inzwischen auch.
Im Dienst Ihrer Majestät Beim Deutschlandbesuch der Queen sind die ASB-Sanitätsdienste im Großeinsatz.

1972 | Olympiaverdächtig Bei den Olympischen Spielen in München beteiligt sich der ASB am Sanitätsdienst. Die Bilanz: Olympiaverdächtige 9.500 Hilfeleistungen und über 170 Krankentransporte.
1973 | Der heiße Draht Eine ebenso gute wie neue Idee: Der ASB ruft Telefonketten für Senioren-Singles ins Leben.
1974 | Mehr als Erste Hilfe Der ASB hat sich unübersehbar verändert: Zu seinen "klassischen" Aufgaben wie Erste-Hilfe-Lehrgänge oder Sanitäts- und Rettungsdienst kommen zunehmend Leistungen im sozialen Bereich: Sozialstationen, Angebote für Senioren, Mobile Soziale Dienste und Behindertenhilfe.
1977 | Endlich anerkannt Es gibt sie schon lange, nun haben sie ein einheitliches Berufsbild: Die Ausbildung von Rettungssanitätern wird geregelt. Sie dauert 520 Stunden und endet mit einer einheitlichen Prüfung.
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1988 | Let's have a Party Der ASB wird 100 und feiert das mit über 3.000 Gästen im ICC Berlin.Während der 80er sind weitere Aufgaben hinzugekommen, so bietet der ASB jetzt beispielsweise auch Kinder- und Jugendhilfe, Zivildienstschulen und Auslandshilfe an. Die Post ehrt den ASB mit einer Sonderbriefmarke zum Jubiläum.
1989 | Geschichte wird gemacht Nach dem Mauerfall beteiligt sich der ASB an der Versorgung von Besuchern und Übersiedlern aus der DDR: Essen und Getränke werden ausgegeben, Notschlafplätze bereitgestellt. Und die Nationalhymne hat beste Chancen, die Charts zu stürmen.
Ebenfalls 1989 Der Rettungsassistent wird Ausbildungsberuf.
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1990 | Aufbau Ost Nach der Wiedervereinigung hilft der ASB beim Aufbau von Hilfs- und Wohlfahrtsstrukturen in den fünf neuen Bundesländern. Bis Ende 1990 werden hier 81 ASB-Ortsverbände gegründet.
1991 | Es geht voran In den neuen Bundesländern werden Sozialstationen und Altenpflegeheime gegründet. Der ASB verfügt dort bereits über 103 Sozialstationen in eigener Trägerschaft. Schwerpunkt: Krankenpflege und hauswirtschaftliche Versorgung.
1994 | Pflegefall Pflegeheime Der ASB bewirbt sich um die Übernahme von Altenpflegeheimen, die bis zur Wende überwiegend in staatlicher Hand waren und nicht immer modernen Qualitätsansprüchen genügten.
1996 | asb.de Als einer der ersten Wohlfahrtsverbände hat der ASB nun auch eine eigene Website.
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Am Puls der Zeit Interne Diskussion zur Wettbewerbsfähigkeit des ASB. Fazit: Um neben den vielen privaten Anbietern konkurrenzfähig zu bleiben, muss der ASB sein Dienstleistungsangebot konsequent weiterentwickeln.
1999 | Nicht jede Revolution verläuft friedlich Mitten in Europa herrscht Krieg. Der Zerfall Jugoslawiens führt zu Krieg in Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzegowina und im Kosovo. Der ASB startet einen seiner längsten Hilfseinsätze, versorgt Flüchtlinge, richtet Ambulanzen ein und organisiert Hilfskonvois. Bis heute arbeitet er mit an der Beseitigung der Kriegsfolgen.
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2002 | Hochwasserhilfe des ASB Elbeflut in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Tschechien.
1.500 Helferinnen und Helfer vom ASB helfen vor Ort allen, denen das Wasser buchstäblich bis zum Hals steht.
2004 | Der Tsunami Nach dem Seebeben in Südostasien beginnt der ASB sofort mit der Verteilung von Medikamenten und anderen Hilfsgütern. Kurz darauf startet der ASB seine Wiederaufbauhilfe in Sri Lanka.
2005 | Alt und jung Der ASB hat 140 Altenheime und über 400 Pflegedienste, gleichzeitig aber auch über 340 Horte, Kitas und Kindergärten - auch für unter Dreijährige. Kurz: Unterstützung in jedem Lebensalter.
2006 | Mittendrin statt nur dabei Großer Sport braucht großen Einsatz: Während der Fußball-WM in Deutschland stellt der ASB über 2.000 Helferinnen und Helfer. Das ist der bislang größte Rettungs- und Sanitätsdiensteinsatz in der Geschichte des ASB.
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2008 | Der ASB wird 120 Aus der Idee der sechs Berliner Zimmerleute anno 1888 wurde ein führender Wohlfahrtsverband mit:
- über 1,1 Millionen Mitgliedern,
- mehr als 20.100 hauptamtlich Beschäftigten,
- rund 11.000 ehrenamtlichen und freiwilligen Mitarbeitern,
- über 1.700 Zivildienstleistenden,
- gut 650 FSJ'lern,
- 16 Landesverbänden
- 224 Regional-, Kreis- und Ortsverbänden und
- 111 ASB-Gesellschaften.
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